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634 zerstört eine Sturmflut die Archsumer Deiche -bis zum Bau des Nössedeichs im Jahr 1938 bleibt das Dorf schutzlos und wird immer wieder von Sturmfluten heimgesucht. Zwischen 1963 und 1983 finden im Dorf Ausgrabungen statt, die vorchristliche Siedlungsreste zutage fördern. Im Zuge der Gemeindereform verliert Archsum 1970 seine Selbständigkeit und wird Ortsteil der Gemeinde Sylt-Ost. In Archsum lässt es sich für Großstädter trefflich ausspannen. Das stille Dorf darf sich zudem mit dem Prädikat eines Luftkurortes schmücken.

Archsum bedeutet Siedlung des Arke oder Erke. Urkundlich wurde Archsum als Arxum erstmals 1462 im Zinsbuch des Bischofs von Schleswig erwähnt. Grabungen in den 1930er-Jahren ergaben, dass eine Siedlung bereits seit dem Neolithikum bestand. Bei Mootjis Küül am Nössedeich liegt das rund 5000 Jahre alte Ganggrab Merelmerskhoog. Teilweise sind noch alte Wohnhügel, wie z. B. der Firstklent, zu sehen. Zwischen 1969 und 1974 gruben Archäologen in Alt-Archsum und befanden Archsum als Troja des Nordens. Man fand Zeugnisse aus der Steinzeit, aus der Bronzezeit und legte eine fast 2000 Jahre währende Besiedlung frei, zudem noch ein Dorf, das zwischen 700 und 1000 n. Chr. bestanden hat. 1860 wurden die letzten Reste der Archsumburg abgetragen.

Hier geht es beschaulich zu. Archsum ist das kleinste Dorf der Insel und landschaflich einzigartig zwischen Salzwiesen und Meer gelegen. Vielfältige Salzwasserpflanzen und die unvergleichbare Vogelwelt der Nordsee sind hier zu Hause. Naturfreunde und Wanderer kommen hier voll auf ihre Kosten. Die malerischen, meist reetgedeckten Häuser prägen das idyllische Bild von Archsum.